Hoch über Wahlscheid thront auf einer Anhöhe das Evangelische Altenheim. Doch die exponierte Lage hat auch einen Nachteil: Der Weg nach unten ins Dorf und vor allem der Aufstieg zurück ist beschwerlich für die alten Menschen mit Rollator und erst recht mit Rollstuhl. Das mussten sie leidvoll erfahren, nachdem der gläserne Aufzugsturm vor gut einem halben Jahr außer Betrieb genommen werden musste. Doch jetzt geht es endlich wieder aufwärts in Wahlscheid – ganz bequem per Knopfdruck. Eine einzigartige Spendensammlung hatte die rund 60.000 Euro teure Sanierung des Aufzugs ermöglicht. Und die BürgerStiftung Lohmar hat daran einen beachtlichen Anteil. 15.000 Euro hat allein die Stiftung zu den Kosten beigetragen.

Ganz entspannt oben auf der Brücke angekommen: Reiner Krämer, Reinhard Bartha, Gabriele Willscheid und Renate Krämer (von links) nach der Probefahrt mit dem frisch sanierten Aufzug.
„Es ist wichtig, dass die Seniorinnen und Senioren, die im Altenheim oder zuhause auf der Anhöhe wohnen, so lange wie möglich am öffentlichen Leben in Wahlscheid teilnehmen können“, begründet Stiftungsgeschäftsführerin Gabriele Willscheid, warum sich der Vorstand spontan bereiterklärte, sich an der Finanzierung zu beteiligen. Ursprünglich, so erläutert sie, habe die Stiftung sogar 30.000 Euro zugesagt, als sich Pfarrer i.R. Reinhard Bartha, Vorsitzender des evangelischen Altenheim-Vereins, mit seinen Sorgen an die Geschäftsführerin gewandt hatte. Doch dank der erfolgreichen Spendensammlung, an der sich sage und schreibe 300 Bürgerinnen und Bürger beteiligten, blieb nur noch eine Deckungslücke von 15.000 Euro.
„Dieses bürgerschaftliche Engagement ist geradezu unglaublich, es zeigt, wie stark Gemeinschaftssinn und Solidarität in Wahlscheid sind“, lobt auch Stiftungsvorsitzende Renate Krämer. Zusammen mit ihrem Mann Reiner Krämer, Reinhard Bartha und Gabriele Willscheid ließ sie sich vom frisch renovierten Lift probeweise sanft in die Höhe tragen.
„Ganz happy“ zeigte sich nicht zuletzt Reinhard Bartha: Der gläserne Aufzug ist sozusagen sein Kind, zu seinem 50. Geburtstag vor 25 Jahren hatte er den Bau des Aufzugs ebenfalls mit einer Spendensammlung initiiert und bedankte sich nun herzlich bei der Stiftung dafür, dass sie dem Lift, der längst zum Wahrzeichen von Wahlscheid geworden ist, zu neuem Leben verhalf.
„Das war auch für uns ein finanzieller Kraftakt“, räumt die Geschäftsführerin ein. Möglich sei das nur dank des Sondervermögens aus dem Nachlass der Stifterin Jutta Fischer gewesen, der laut Testament überwiegend der Seniorenarbeit dienen soll. „So sind wir froh, dass wir durch die Spendenfreudigkeit in Wahlscheid noch etwas Geld für andere Projekte übrig haben. Aber da wird uns sicher etwas einfallen“, meinte sie und entlockte Reinhard Bartha ein erwartungsvolles Schmunzeln.









