Große Dramen auf winziger Bühne im Mini-Museum Piccolo der BürgerStiftungLohmar: „Das ist mal wieder maßgeschneidert für unser kleines Museum im Bücherschrank“, freute sich Geschäftsführerin Gabriele Willscheid über die neue Ausstellung mit Werken von Irmingard Gebert.

Über die gelungene Vernissage freuen sich (von links) Vizebürgermeisterin Gitti Bäcker-Gerdes, die Künstlerin Irmingard Gebert und Geschäftsführerin Gabriele Willscheid.
Auf Holzquadern mit der Grundfläche von 14 mal 14 Zentimetern inszeniert die Künstlerin in ihren Assemblagen aus Fundstücken und Diorama-Figuren Tragödien, Komödien und Satiren, die Denkanstöße geben, bisweilen zum Schmunzeln anregen und dazu animieren, die Geschichten weiterzudenken.
In ihrer kurzen Einführung zeigte sich Gabriele Willscheid vor allem von der Vielfalt im Oeuvre der Künstlerin beeindruckt. Die promovierte Medizinerin, Jahrgang 1956, ist Gründungsmitglied von „LohmArt“ und widmet sich mit Leidenschaft seit vielen Jahren der Malerei, Grafik und Fotografie. „Im Piccolo können wir leider nur einen Ausschnitt aus dem Werk von Irmingard Gebert zeigen, aber die wenigen Arbeiten lassen schon die Experimentierfreude der Künstlerin erahnen“, meinte Gabriele Willscheid. So sind neben drei Assemblagen auch zwei Acrylbilder zu sehen.
Unter dem Titel „Flusslandschaften“ zeigt die Malerin Ausschnitte von Wasseroberflächen, die in Strömungen, Spiegelungen und wechselnden Farbverläufen den Gedanken des Philosophen Heraklit aufgreifen: „Man steigt nicht zweimal in denselben Fluss.“ Soll heißen: Alles fließt, alles ist im Wandel. Für die Künstlerin ist das ein Sinnbild für die Vergänglichkeit und Erneuerung der Natur, der Zeit und der menschlichen Existenz.
Nicht weniger tiefgründig sind die in neuerer Zeit entstandenen Assemblagen.
In der Arbeit „Optionen“ steht ein Mann vor einem kahlen Baum, in dem ein Galgen und eine Kinderschaukel hängen. Wird er sich für den Suizid entscheiden oder sich seiner schönen Kindertage erinnern und einen Neuanfang wählen?
„Das zu entscheiden, überlässt die Künstlerin uns allen als Betrachtenden“, meinte Gabriele Willscheid und lud die Gäste der Vernissage, zu der neben der Stiftungsvorsitzenden Renate Krämer auch Vizebürgermeisterin Gitti Bäcker-Gerdes gekommen waren, ein, bei Sekt und Selters mit Irmingard Gebert über ihre Kunst zu diskutieren.

Ein Prosit auf die Kunst: Stiftungsvorsitzende Renate Krämer (4. v. li.), Geschäftsführerin Gabriele Willscheid (6. v. li.) und Künstlerin Irmingard Gebert (mit Blumenstrauß) begrüßten die Gäste zur Ausstellungseröffnung.
Themen liefert die Künstlerin reichlich. So auch ihr „Stein des Anstoßes“, der mit einem Bruchstück aus der Berliner Mauer die Frage aufwirft, ob wirklich zusammengewachsen ist, was zusammengehört. Oder die Assemblage „Goldene Zeiten“, die auf der einen Seite eine glückliche Mutter mit Kind zeigt, auf der anderen Seite eine offensichtlich einsame Frau.
Vor allem erweist sich Irmingard Gebert als gute Beobachterin mit aufmerksamem Blick für natürliche Phänomene wie für menschliche Befindlichkeiten. Es ihr gleichzutun, dazu lädt in den nächsten Wochen die Ausstellung im Museum Piccolo ein.
„Einfach vorbeikommen und den Austausch mit der Kunst und das Gespräch mit anderen Passantinnen und Passanten suchen“, empfiehlt die Geschäftsführerin. Hier habe die Bürgerstiftung ein kleines Kulturzentrum geschaffen, zeigte sich die Vizebürgermeisterin beeindruckt.
























