Beethovens Kreutzer-Sonate ist eine Herausforderung für Musiker und ebenso für Komponisten, die dem ikonischen Werk einen neuen Anstrich geben wollen. Auch der Kölner Komponist Wulfin Lieske zeigte sich zunächst skeptisch und nahm dann doch die Herausforderung an, mit dem Genie in einen fiktiven Dialog zu treten, dessen Intentionen zu erkunden und mit Roger Morello-Ros (Violoncello) und Vittoria Quartararo (Klavier) eine eigenständige Neuinterpretation zu kreieren.

Freude über die erfolgreiche Weltpremiere: Marita Cramer und Prof. Dr. Franz Wingen vom Förderkreis; Gabriele Willscheid, BürgerStiftungLohmar; Roger Morello-Ros und Vittoria Quartararo sowie Wulfin Lieske.
Das Ergebnis war nun in der Reihe der Honrather Konzerte zu erleben: als Welturaufführung, zu deren Realisierung nicht zuletzt auch die BürgerStiftungLohmar beitrug – dank einer zweckgebundenen Spende, die von der Stiftung auf 1.500 Euro aufgestockt wurde.
„Den Förderkreis für Musik in der Kirche Honrath unterstützen wir immer wieder gern“, betonte Stiftungsgeschäftsführerin Gabriele Willscheid, „denn mit seinem anspruchsvollen Programm auf Weltniveau hat er sich längst als eines der Flaggschiffe der Lohmarer Kultur etabliert.“ Das Lob freute natürlich den Vorsitzenden Professor Dr. Franz Wingen, der sich herzlich für die finanzielle Unterstützung bedankte.
„Die haben Sie sich verdient“, meinte Gabriele Willscheid, die sich mit dem Publikum einmal mehr begeistert zeigte vom geradezu ekstatischen Original, das in der Fassung für Violoncello des Beethoven-Schülers Carl Czerny zu Gehör kam, wie ebenso von Lieskes Variationen.
Wie Teile eines Mosaiks hat der Kölner Komponist in seiner „Reflexio:Kreutzer“ markante Stellen aus dem Original mit eigenen Tonfolgen Schicht um Schicht überlagert. So schimmert immer wieder Beethoven durch, und es ist tatsächlich ein Dialog unter Kollegen und ein Dialog zwischen Klavier und Violoncello entstanden. Für die Interpretation hatte der Förderkreis mit der Pianistin Vittoria Quartararo und Roger Morello-Ros am Violoncello zwei ausgewiesene Virtuosen gewinnen können: Mit perfekter Technik, feinster klanglicher Abstimmung und großer Sensibilität gestalteten sie das anspruchsvolle Werk ebenso souverän wie ausdrucksstark. Ihr nuanciertes Zusammenspiel und die emotionale Intensität bescherten dem Publikum einen mitreißenden Abend.
Als Schmankerl gab’s nach der Pause zunächst ein minimalistisches Intermezzo mit der Komposition „Spiegel im Spiegel“ von Arvo Pärt und, wie ein wenig zur Entschleunigung nach einem aufwühlenden Konzert, als Zugabe Schumanns „Träumerei“.
Mit stehenden Ovationen bedankte sich das Publikum für diesen faszinierenden Abend, und „mehr davon“ wünschte sich die Geschäftsführerin der BürgerStiftungLohmar: „Wir wären jedenfalls zur Stelle.“









