09.09.2021

Mit Humor und Optimismus aus dem Corona-Blues

Feierliche Verleihung des ersten Kulturpreises der BürgerStiftungLohmar

Sektkorken knallten im Garten der BürgerStiftungLohmar, Applaus drang immer wieder in die Nachbarschaft. Die Stiftung hatte zur Verleihung ihres ersten Lohmarer Kulturpreises eingeladen – Corona bedingt nur im kleinen Kreis, dafür aber mit einer schönen Gartenparty, bei der vor allem das Comedy-Duo Michl Thorbecke & Georg Leiste zur Unterhaltung beitrug. Als alte Tattergreise verkleidet, provozierten die beiden mit ihrer urkomischen Akrobatik auf dem Rollator herzhafte Lacher und zeigten, wie sie nach jahrelangem Lockdown aus der Corona-Lethargie zu neuem Leben erwachten.

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Zum großen Gruppenbild formierten sich die Preisträgerinnen und Preisträger, die Jurymitglieder sowie die Vorsitzende und die Geschäftsführerin der BürgerStiftungLohmar 

 

Das traf das anspruchsvolle Thema des Kulturpreises „2021 – eine Zeitenwende? Neustart aus dem Corona-Blues“ auf den Punkt, womit das Duo denn auch auf dem ersten Platz des Wettbewerbs landete. „Dass man den Ernst der Lage für die Kulturschaffenden so deutlich machen kann und sich das Publikum trotzdem vor Lachen kringelt, ist schon eine absolute Spitzenleistung“, lobte Gabriele Willscheid, Geschäftsführerin der Bürgerstiftung, bei der Preisverleihung.

Freilich hatte die hohe Qualität aller Beiträge es der Jury mit Prof. Dr. Franz Wingen, Natalie Enns, der Leiterin der städtischen Musik- und Kunstschule, dem Event-Manager Thomas Bruchhäuser, dem Journalisten Günter Willscheid und der Geschäftsführerin nicht gerade leicht gemacht. So entschied sich die Jury, statt eines dritten Preises zweimal einen zweiten Preis zu vergeben, über die sich Doris Nietzard und Marian van der Meulen freuen konnten.

 

„Was ist wirklich wichtig?“ ist die Frage, die sich Doris Nietzard in ihrem Gemälde stellt, das in düsterer Corona-Stimmung entstand und dennoch in leuchtenden Farben gleichsam ein strahlendes Licht am Ende des Tunnels entzündet. Optimismus prägt auch die Einstellung von Marian van der Meulen: „Ist die Lage noch so aussichtslos, dann macht erst recht das Beste daraus“, sagte sie sich und schneiderte ein schickes Kleid mit einem Volant aus liegengebliebenen Corona-Masken.

Mut und Zuversicht prägen auch die Beiträge für den Kulturförderpreis, mit dem die Stiftung die Jugend motivieren will, selbst innovative, junge Kultur zu schaffen. Auf dem ersten Platz landete eine Projektgruppe der Gesamtschule Lohmar mit ihrem geradezu professionellen Musik-Video „Der Corona-Blues“. Schon der erste Satz ihrer Bewerbung „Unsere Kreativität ist in den letzten Monaten zu kurz gekommen, und es hat sich gut und richtig angefühlt, etwas Positives und Motivierendes mit und für die ganze Schule zu machen“, hatte die BSL-Geschäftsführerin überzeugt. „Schon dieser Satz wäre ein Preis wert gewesen, denn er zeigt die Einstellung und Philosophie der Gesamtschule Lohmar“, lobte Gabriele Willscheid die Jugendlichen mit Schulleiterin Sabine Henseler und Projektleiterin Madeleine Klement.

Glückliche Gesichter auch bei den Tänzerinnen der Ballettschule im Hofgarten und ihrer Leiterin Doris Schuster-Weber, die mit ihrem Tanzvideo „Let’s start doing what we do best – dancing“, den zweiten Förderpreis gewannen. 
Zusätzlich entschied sich die Jury, einen Sonder-Förderpreis zu vergeben, über den sich die zwölfjährige Amelie Lagauw freuen konnte. „Die kleine große Tänzerin“, so Gabriele Willscheid, sei schon weit über die Grenzen Lohmars bekannt und habe erst vor kurzem bei einem internationalen Wettbewerb einen Spitzenplatz erzielt. Mit ihren Tänzen für die Stiftung - ganz klassisch „Giselle“, powervoll „Exit“ und gefühlvoll „Isolated Emotions“ - hat sie einmal mehr ihr großes Können unter Beweis gestellt, urteilte die Jury.

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Zum Balanceakt geriet die Urkundenverleihung an das Comedy-Duo Michl Thorbecke (rechts) und Georg Leiste. Vorsitzende Renate Krämer (links) und Geschäftsführerin Gabriele Willscheid kringelten sich vor Lachen.

 

 

Die Liebe zur Kultur und die Sympathie mit den Kulturschaffenden, die unter dem Corona-Lockdown besonders gelitten haben, hatte im Frühjahr die BSL-Geschäftsführerin auf die Idee gebracht, erstmals einen Kulturpreis auszuschreiben. „Denn ohne Kultur ist unser Leben nur halb so schön und oftmals trist und grau“, gestand Gabriele Willscheid bei der Preisverleihung. So sah es auch die Vorsitzende Renate Krämer: „Als die Stiftung vor 15 Jahren gegründet wurde, hätten wir nicht im Traum daran gedacht, einmal so viel Geld, (insgesamt 7000 Euro) allein für die Kultur ausgeben zu können“, räumte sie in ihrer Begrüßung ein. Dass die Summe gut investiert ist, zeigte sich bei der Preisverleihung. Da war das Leben auf einmal wieder bunt und schön, und die Kreativen freuten sich neben der Finanzspitze auch über das, was sie im Lockdown ebenso sehr vermisst hatten: die Nähe zum Publikum und den Applaus.

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